Eigentlich dachte ich, ich hatte heute den schlimmsten Tag seit ..naja, seit längerem. Ernüchterung kam abrupt, Selbstkritik folgte und schließlich habe ich einige Menschen vor den Kopf gestoßen, was ich sehr bedaure!
Haben schon viele Menschen vor mir in der Wiener U-Bahn geheult? Ich war überwältigt. Im negativen Sinne. Nämlich verblüfft darüber, wie viele Menschen den Kopf so zur Seite drehen können, damit du nicht einmal in die Peripherie ihres Blickfeldes gelangst. Nicht, dass ich Zuspruch wollte, Mitleid oder gar Trost. Nicht einmal ein Taschentuch hätte ich verlangt. Aber derartige, offensichtliche Angewidertheit ob meines scheinbar fürchterlichen Anblicks? Aber STOPP. Punkt. Ich bin ja eine Fremde. Und in Wien ist man "Fremden" gegenüber immer ... kritisch. Nett formuliert. Letztens, Straßenbahnhaltestelle: Der Fahrer steigt aus, um die Weichen umzustellen. Eine Studentin fragt, ob er zum Ort X fahren würde. Der Mann: NA! (Jenes verächtliche, abgehackte, schnalzend klingende NA, das man überall dort hört, wo Missmut einen Höhepunkt erklimmt.) Fremde sind wie Erbrochenes am Gehsteig. Drumherumgehen, von Ekel gepackt anstarren, ein abfälliges (an einen selbst oder den/die Verursacher/in gerichtetes) Wort. Weiterrennen.
Mein am Gehsteig Erbrochenes bestand aus den Blicken der Leute. Ich bin dann auch weitergerannt. Nach Hause. Da erfahre ich es: Ein entfernter Bekannter (20 Jahre), 14 Jahre nicht mehr gesehen, beinahe schon wieder Fremder, hat einen Gehirntumor. Chemo. Findet erst langsam seinen Lebenswillen wieder. Da weine ich wieder. Um einen Fremden. Ohne Erbrochenen am Gehsteig. Ohne Weiterrennen. Und ganz und gar ohne Worte.
Haben schon viele Menschen vor mir in der Wiener U-Bahn geheult? Ich war überwältigt. Im negativen Sinne. Nämlich verblüfft darüber, wie viele Menschen den Kopf so zur Seite drehen können, damit du nicht einmal in die Peripherie ihres Blickfeldes gelangst. Nicht, dass ich Zuspruch wollte, Mitleid oder gar Trost. Nicht einmal ein Taschentuch hätte ich verlangt. Aber derartige, offensichtliche Angewidertheit ob meines scheinbar fürchterlichen Anblicks? Aber STOPP. Punkt. Ich bin ja eine Fremde. Und in Wien ist man "Fremden" gegenüber immer ... kritisch. Nett formuliert. Letztens, Straßenbahnhaltestelle: Der Fahrer steigt aus, um die Weichen umzustellen. Eine Studentin fragt, ob er zum Ort X fahren würde. Der Mann: NA! (Jenes verächtliche, abgehackte, schnalzend klingende NA, das man überall dort hört, wo Missmut einen Höhepunkt erklimmt.) Fremde sind wie Erbrochenes am Gehsteig. Drumherumgehen, von Ekel gepackt anstarren, ein abfälliges (an einen selbst oder den/die Verursacher/in gerichtetes) Wort. Weiterrennen.
Mein am Gehsteig Erbrochenes bestand aus den Blicken der Leute. Ich bin dann auch weitergerannt. Nach Hause. Da erfahre ich es: Ein entfernter Bekannter (20 Jahre), 14 Jahre nicht mehr gesehen, beinahe schon wieder Fremder, hat einen Gehirntumor. Chemo. Findet erst langsam seinen Lebenswillen wieder. Da weine ich wieder. Um einen Fremden. Ohne Erbrochenen am Gehsteig. Ohne Weiterrennen. Und ganz und gar ohne Worte.
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Ich möchte ihm auf diesem Wege, auch wenn es ihn wahrscheinlich nie erreichen wird, alles Gute und viel Kraft wünschen!
Ich möchte ihm auf diesem Wege, auch wenn es ihn wahrscheinlich nie erreichen wird, alles Gute und viel Kraft wünschen!

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