Sonntag, 6. September 2009

New York, Vol. 1 - Das Positive

Ich war in New York. Viele andere auch schon? Mir doch egal. Für mich war es etwas besonderes. So viel Geld zusammenkratzen, buchen, packen... und los gings. Würde ich versuchen, meine gesammelten Eindrücke (Ja, ich weiß, ich weiß. Eindrücke lassen sich nicht sammeln, nur materielle Dinge. Danke, Frau Dr. Chevron) in einen einzigen Post zu quetschen, wäre dieser nicht lesbar. Etwa wie "Die letzten Tage der Menschheit".

Deshalb: Fragmentierung. Das Gute zuerst. Davon gab es einiges.

  • Die Öffnungszeiten: Warum dies mein erster positiver Aspekt ist? Weil ich Wienerin bin. In keiner anderen Hauptstadt ist Sonntags alles geschlossen. Nirgendwo anders stellen die U-Bahnen auch am Wochenende punkt halb 1 ihren Dienst ein. Aufgeschmissen, Hilfsausdruck. In NY ist das anders. U-Bahnen immer unterwegs. Bookstores bis Mitternacht geöffnet. Diners 24/7. Drugstores: manche bis 24 Uhr, andere 24/7. Und so weiter. Herrlich. Nicht dass ich ständig dem Konsum frönen möchte. Aber: offene Möglichkeiten zuhauf.
  • Bookstores: Zunächst siehe Öffnungszeiten. Herrlich. Dann: Sie sind groß. Größe und Quantität ist nicht alles? Naja. Bei Büchern schon. Riesige Auswahl. Von "how to..."-Büchern über Poppers Falsifikation für DoktorantInnen alles dabei. Six floors, coffe shop, Lesende in allen Ecken. Lesegefühl ohne Ende.
  • Kultur: Amerika ist kulturlos? Mag sein, weiß ich nicht. New York keinesfalls. Museen überall und zu jedem Thema, für jeden Geschmack. Von Stand-up-comedy bis anspruchsvolle, jung-alternative Stücke alles dabei. Oper, Musicals, alles hat seinen Platz und sein quarter. Und: siehe bookstores.
  • Stil: Oh ja, den haben sie, die New Yorker. Wow. Wir kamen uns richtig underdressed vor. Und das im Supermarkt. Wenn du dich mal einfach hässlich fühlst: Gehe nie nach Greenwich Village, SoHo, in den Meatpacking District, die Upper East Side, die Upper West Side, die Wallstreet,... am besten du gehst ins Hotel und ziehst dich um.
  • Museen: Siehe erstmal Kultur. Top gemanaged. Top ausgestattet. Top aufgezogen. Wieviel Liebe zum Detail steckt alleine in jedem Schaukasten im Erdgeschoss des Museum of Natural History? Was für faszinierende und erschreckende Nazi-Artefakte liegen/ hängen/ stehen im Museum of Jewish Heritage?
  • Esskultur: Nicht lachen. Bitte. Ja, viel Fastfood. Mc Donald's pfui, Wendy's lecker, s'barros yummy, Arby's solala. Hot Dogs bääääh. Sundays vom Eiswagen: ja, ich bin süchtig. ABER!! In Supermärkten wahnsinns Qualität von Obst und Gemüse, reif, saftig, lecker. Fertiggerichte gut zubereitet. Veganes Essen everywhere. Vegetable-/Fruit-smoothies: Wallstreet!!!! Antipasti-Abteilungen da wird ganz Rom wuschig.
  • Harlem: Jaja, Vorurteil olé. Zeit für eine zeitgerechte Adaption. Harlem ist sauber, offen, sympathisch. Vergesst Downtown mit seinen elendig-gestressten Yuppies, die dich anrempeln, dir blaue Flecke verpassen und nicht mal mit der Wimper zucken. Sie eilen, lächeln oberflächlich. Hauchen dir ein "hee--ee--yyy" ins Gesicht. Aber in Harlem REDEN die Menschen miteinander. Auf der Straße. Da gibt es K-O-M-M-U-N-I-K-A-T-I-O-N. Sehr schön. Und massieren haben wir uns auch gleich lassen. Nicht von den schwarzen Jugendlichen. Sondern in einem kleinen Asia-Health-Shop. Und ein Ego-boost ist es allemal. Du brauchst nur an ihnen vorbei zu gehen. Und schon hast du 3 Anmachsprüche im Gepäck.
.... Fortsetzung folgt.

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