Donnerstag, 23. April 2009

Die kleinen Dinge zählen

Emanzipation. Gleichberechtigung. Gleichstellungspolitik. Ein heikles Thema, das mit viel Feingefühl behandelt werden muss. Dabei sind es doch die kleinen Dinge, die einen großen Unterschied machen. Ein Beispiel? Bitteschön:

Viele Leute haben meine Großmutter schon als "cool" bezeichnet. Sie war immer berufstätig. Feiert bis heute gern und viel. Sie ging mit mir in Konzerte, ins Kino, in Bars. Sie steckt mir bis heute Ziagrettengeld zu, geht mit mir shoppen und trinkt Abends gerne einen Prosecco mit mir, um dann ein bisschen zu plaudern. Kurzum. Eine moderne Frau. Aber etwas werde ich wohl nie verstehen: ihr Verhalten meinem Großvater gegenüber. Er ist weder Patriarch, noch Macho. Aber: ein Mann, der eine Frau braucht, die ihm den Haushalt schmeißt, die ihm die Kinder erzogen hat und die ihm zustimmt. Und das macht meine Großmutter seitdem ich denken kann. Schon als kleines Kind fand ich es lustig, dass sie ihm jeden Abend ein Butterbrot geschmiert hat, eine gefächerte Essiggurke dazu, zwei Tomatenscheiben und das Wichtigste: das Brot in kleine, mundgerechte Happen geschnitten. Wenn er fernsehen möchte, bringt sie ihm die Fernbedienung. Wenn er ein Bier möchte.... Ich glaube, mein Großvater kann bis heute (er wird dieses Jahr 70) nicht einmal eine Flasche Wasser öffnen. Wenn er seine Ansichten über Politik kundtut, wehe meine Großmutter vertritt eine andere Ansicht. Ohne es auszusprechen: Er legt keinen Wert auf ihre Meinung. Warum das alles? Das gehört sich so, war so immer, wird immer so sein!?

Mittwoch, 22. April 2009

Dies ist kein Plädoyer für die Umstellung auf Kurzarbeit. Die Wirtschaftskrise sei außen vor gelassen. Es gibt noch Anderes. Ein Leben danach. Leben!

Ich arbeite. Nebenbei. In einem Büro. Einzelhandel. Großer Konzern. Name egal. Eineinhalb Tage die Woche. 1 Tag sind 11 Stunden Arbeit. Ist dort so Usus. Alle tun es. Eine ungeschriebene Vereinbarung. Freiwilligkeit vorgeschoben. Wird vorausgesetzt. Aufstehen 4 Uhr 30. Hört sich alles halb so wild an? Hauptberuflich Studentin. Ach so!

StudentInnenjobs sind in der Regel nicht dafür bekannt, geistige Herausforderungen zu sein. Meist befinden sie sich jenseits der Berufssparte, die man per Studium anpeilt. Zuhauf schlecht bezahlt. Meiner das Musterbeispiel dafür. Was soll's. Ich mache es ja nicht ewig. Anders als meine KollegInnen. Jeden Tag sitzen sie dort, 11 Stunden, manchmal mehr. # Leben? Ja, gerne, viel, oft! - am Wochenende! # Manche aber gehen auch Samstags arbeiten. Ganztags. Überstundenpauschale muss reingebracht werden.

Dabei: Kann ein Mensch jeden Tag 11 Stunden hochkonzentriert arbeiten? Mit einer halben Stunde Mittagspause. Versteht sich ja von selbst. Meist am Arbeitsplatz verbracht. 6 Tage die Woche. Menschen, die beinahe nur in ihren PC starren. Zahlen, Daten, Namen, die nur am Bildschirm erscheinen. Kein Cent darf bei der Jahresabrechnung fehlen! Um raus zu gehen, muss abgemeldet werden. Die Zeit wird abgezogen.

Abends? Heimfahren - dreiviertel Stunde. Zwischendurch schnell einkaufen - 15 Minuten. Essen machen - 20 Minuten. Essen - 20 Minuten. Duschen, Zähneputzen, Hygienekram - halbe Stunde. Sonstige Tätigkeiten - eine Stunde. Es ist jetzt etwa 21 Uhr. In 7,5 Stunden läutet der Wecker. Egal? Ein bisschen lesen, fernsehen, was auch immer, nur kurz. Die Müdigkeit nimmt zu. Alles vorbereiten für den Morgen. Hoppla! Schon 23 Uhr! # Leben? Ja, gerne, viel, oft! - am Wochenende! # Schlafen.

Moment! 11 mal 5 sind 55 Wochenstunden! Minus pro Woche 30 Minuten Abzug bei Verlassen des Büros. Minus 5 mal 30 Minuten Mittagspause. 52 Wochenstunden. 40 Stunden Arbeitszeit laut Gesetz. 12 Überstunden. Etwa 70 Euro. Fürs Leben am Wochenende.

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Donnerstag, 16. April 2009

first one

Hm... Auf Anraten eines Freundes (penetriert von meinem Kommunikationsbedürfnis?) Blog erstellt. Bei meiner technischen Begabung eine nicht zu unterschätzende Höchstleistung! Zudem: neue Welt! Blogs. PCs beherrsche ich leidlich. In Anbetracht der Zeit, die ich davor verbringe (verbringen muss): jämmerlich. Kann nicht mal Excel-rechnen. Habe in Informatik lieber im Internet herumgesurft. Aber: ganz so unbeholfen bin ich dann doch nicht. Ich bin so ziemlich jeder Internet-Plattform beigetreten, die aus datenschutztechnischen Gründen äußerst fragwürdig ist. Dumm: ja! Aber: Verbesserung meiner technischen Fähigkeiten! ;)

So. Ich drücke dann mal Alt+ F4. Ich bin weg.